Samstag, 26. Mai 2012

Ranganpalke Bus Song


Shortly after we had rain falling down for the first time since weeks, MUSIC was in the air! So, we created this funny bus song during the holidays in March 2012. Hope you enjoy it as we did at that time...

Donnerstag, 24. Mai 2012

Next Radio Talk

Es ist wieder soweit! Die Reisezeit auf Radio Tonkuhle wird am kommenden Sonntag gesendet!
Seid dabei! - LIVE-Stream at www.tonkuhle.de or on the Radio FM105,3

Diesmal mit einem Bericht aus Nordindien - also Ohren spitz!

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Jeden 4. Sonntag im Monat um 14:00 Uhr gibt es was von mir und meinen Erlebnissen aus meinem neuen indischen Leben zu hören. Außerdem gibt es noch passende Musik aus Fernost. Schalt' ein!

Every fourth sunday in the month at 2:00 pm I will tell you about my new indian life over there. Furthermore you will listen to some exotic sounds from the Far East. Join my broadcast!

Cada cuarto domingo en el mes a las 2:00 pm voy a hablar en la radio alemana sobre mis experiencias en la india. Además les ofresco una buena mezcla de música del subcontinente. Disfrutan mi emisión!


Dienstag, 15. Mai 2012

Was heißt hier Fortschritt?!


Während meiner neun Monate hier in Indien habe ich schon einige Male, die Weltmetropole Bangalore besucht. Sie wird oft als IT-Hauptstadt der Welt in den Himmel gelobt. Auch viele deutsche Konzerne wie zum Beispiel Bosch haben einen Gefallen an der Stadt gefunden und produzieren hier. Fast sechs Millionen Menschen sind es, die leben und dementsprechend unübersichtlich ist auch die Stadt. Gerade in der abendlichen Rushhour, wenn man von einen Stadtteil in den nächsten oder übernächsten gelangen will, hat man während teils stundenlangen Rikshawfahrten das Gefühl, die Stadt sei endlos.


Aufgrund der schlechten Infrastruktur und des unbequemen Verkehrsflusses entscheiden sich bereits viele der indischen Taxifahrer gegen eine Fahrt durch die Rushhour, in der Zeit von etwa 16:00 Uhr bis teilweise 22:00 Uhr. Ich selbst habe es oft erlebt, dass die Rikshawfahrer mich nicht mitnehmen wollten. Einmal heißt es, der Ort sei zu weit weg und die Fahrt würde sich in Betracht des langen und zähen Rückweges nicht rentieren. Ein anderes Mal liege der Ort zu dicht am Startpunkt und man würde mit einem anderen Kunden mehr Geld machen. Wieder ein anderes Mal haben die motivierten Fahrer anderes im Sinn und flüchten einfach mit leerem Gefährt vorm Geschäft.


Um das Problem der schlechten Infrastruktur etwas in den Griff zu bekommen und gleichzeitig auf internationale Standards aufzurüsten, hatte sich Bangalore vor Jahren vorgenommen ein Metro-Schienennetz einzurichten. Mittlerweile laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Zwei Stationen zwischen denen man hin und her pendeln kann, wurden bereits im Oktober letzten Jahres eröffnet. Doch die Tatsache, dass Städte wie Kalkutta und Mumbai die Vision einer Metro um ein Vielfaches schneller und unproblematischer realisieren konnten, lässt die Bangalorer Metro zum Gespött werden, denn gerade hier hatte man als Erster davon geträumt.



Zur Verwestlichung der indischen Großstädte gehört aber nicht nur die Metro. Shopping Malls nach amerikanischen Vorbild zogen auch nach Bangalore. Nun schießen sie wie Pilze aus den Boden. Mit geschätzten 50 großen und kleinen Komplexen liegen ich wahrscheinlich noch weit von der eigentlichen Zahl entfernt. Vor allem die höhere Mittelschicht und die reichen Inder können hier in den Boutiquen mit französischen oder italienischen Marken zu den uns bekannten übertriebenen Preisen einkaufen. Ein Leben mit Nutella zum Frühstück, dutzenden Kinobesuchen und Adidas-Turnschuhen ist hier genau so möglich wie bei uns.


Viele der modernen oder fast schon westlichen jungen Inder können in Städten wie Bangalore auch meist problemlos mit Freund oder Freundin leben. Wo auf dem Lande sonst nur die arrangierte Ehe in der selben Kaste und selbstverständlich der selben Religion als Beziehung verstanden wird, ist in den fortschrittlichen Städten die Sicht darauf viel flexibler geworden. Die sogenannten 'Lovers', also diejenigen, die zusammen sind ohne verheiratet worden zu sein und dies öffentlich zeigen, sind aber selbst in Bangalore nicht von jedem geduldet. Das konservative Schild mit der Aufschrift 'Lovers not allowed' vor einem Park scheint wie ein riesiger Bremsklotz aus der eigenen Bevölkerung, der versucht die Flexibilität, die der Pluralismus und das Konsumleben möglichen machen, aufzuhalten.


Es bleibt abzuwarten, welche neuen Konfrontationen sich entwickeln, während Indien sich für den Weg des Fortschritts entschieden hat und ihn versucht zu beschreiten.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Adhitya's großer Tag


Adhitya, das heißt auf Kannada, der lokalen Sprache Karnatakas 'Sonne'. Genauer gesagt ist es eins von mehreren Wörtern die Sonne ausdrücken. Zugleich ist Adhitya aber auch ein Name. Ein junge aus der fünften Klasse, den ich in Kunst unterrichtet habe heißt Adhitya. Er ist mit einer der talentiertesten Kinder der Klasse. In Kunst war er immer der beste und auch sozial hat er einen tollen Charakter.

Vor den Schulferien drückte Adhithya mir eines Tages eine Einladung zu einer hinduistischen Thread-Zeremonie in die Hand. Es war seine eigene und ich musste kommen. Die Thread-Zeremonie ist für die hinduistischen Jungs so etwas wie die Erst-Kommunion bei Katholiken. Bis zu diesem Zeit Punkt hatte ich so etwas noch nicht gesehen.


Mit viel Getrommel und Trompeten wurden die verschiedenen Rituale der Thread-Zeremonie auf einer Bühne vor allen Gästen durch geführt. Ein Faden, der Thread spielte eine wichtige Rolle. Er wurde dem Jungen von seinem Vater und einem hinduistischen Priester um den Körper gelegt. Auf der Bühne brannte ein kleines Feuer, welches die ganze Zeit vom Priester mit Kokosnussschalen und kleinen Hölzern genährt wurde. Der Geruch von Räucherstäbchen mit Jasmin-Duft lag in der Luft.


Um die Zeremonie abzurunden wurden, wie so oft auf indischen Veranstaltungen, alle Gäste nach und nach auf die Bühne gebeten, um eine Gruppenfoto fürs Familienalbum zuschießen. Die meisten Gäste steuerten danach geradewegs aufs Essen zu. An lagen Tischen wurde man auf Bananenblättern mit Reis und jeder Menge interessanter Curry versorgt.


Für mich war es ein schöner Tag mit neuen religiösen Erfahrungen, kraftvoller Musik und gutem Essen – Doch für Adhitya war es sein ganz großer Tag!


Samstag, 5. Mai 2012

Füße waschen


So wird der Gründonnerstag jedes Jahr im Seon Ashram gefeiert:

Wenn man an Indien denkt, geht einem nicht als erstes Ostern durch den Kopf, aber für mich ist dieses freiwillige Jahr hier im Bundesstaat Karnataka durch aus auch christlich geprägt. Mein Projekt die Little Flower School, wie auch der Seon Ashram sind beides christlich geführte Institutionen. Alle Religionen werden toleriert und leben hier zusammen – Doch das Christentum ist durch die Gebetszeiten und die Heiligenfiguren und Kreuze oft präsent. Die Gründerfamilie des Seon Ashram ist, wie gesagt, christlich und feiert daher auch mit aller Begeisterung Feste wie Ostern. Fast jeden Tag fand in der Osterwoche eine Messe oder sogar auch ein Kreuzzug statt, an dem man teilnahm.


Am Gründonnerstag versammelten sich all Bewohner des Seon Ashram in der großen Veranstaltungshalle in der obersten Etage des Gebäudes, in dem die behinderten, alten und schwachen Menschen wohnen. Etwa 370 Personen waren es, die dort auf den, für Indien so typischen roten Plastikstühlen Platz fanden. Mr. U.C. Paulose, der Gründer las von einem Podest aus aus der Bibel vor. Trotz der mentalen und psychischen Krankheiten der Bewohner hatte man das Gefühl, es hören die aller meisten der Versammelten gebannt seinen Worten zu. Nach dem Daddy, so wie Mr. Paulose auch genannt wird, diesen Teil der Veranstaltung beendete, begab er sich mit einer Schale Wasser, einer Seife und einem Parfum zu den Bewohnern und Patienten. In Teams mit seinem Sohn, seinen Töchtern, ein paar Kindern der Little Flower School und den Volontären, also auch mir, gingen wir mit den Waschutensilien ausgestattet durch die Reihen und wuschen nach und nach jedem einzelnen Mitglied des Seon Ashrams die Füße.



Jeweils wurde ein Fuß mit Wasser gewaschen, mit Seife gereinigt, abgespült und dann mit einem Spritzer Parfum veredelt. Letzteres verbreitete sich als Duftnote im ganzen Gebäude und blieb eine lange Zeit der Nase in Erinnerung. Selbst die Patienten, die nicht ins oberste Stockwerk gekommen waren, weil sie zu schwach waren oder es zu viel Stress für sie bedeutet hätte, bekamen ihre Füße am Bett gewaschen. Ein Patient, der im Sterben lag, bekam selbst wahrscheinlich nicht mehr viel mit von dem, wie ich finde sehr schönen und symbolischen Ritual der Reinigung. Zwei Tage darauf verstarb er an verschiedenen Krankheiten, die ihn bis zum Ende gequälten hatten.


Nach dem alle Personen, inklusive der Waschenden ein sauberen und parfümierten Fuß besaßen, begab Daddy sich wieder auf das Podest und sprach vor allen. Er hob ein Reisbrot geziert mit einem Kreuz aus einem Blatt in die Luft und zerteilte es darauf hin vor allen. Die Art, wie Mr. Paulose diese Zeremonie abhielt, erinnerte stark an das Letzte Abendmahl Jesu. Aus vorbereiteten Eimern bekam der gesamte Ashram Stücke des gleichen Brotes. Wieder ging ich mit den anderen Helfern durch die Reihen und durfte den Menschen etwas geben. Satt sollte keiner werden, dass war nicht die Intention. Das Gefühl welches sich in mir breit machte, war eins der Zusammengehörigkeit und Einheit.


Nach der Feierlichkeit in der Veranstaltungshalle wurde ich mit den anderen Helfen und Freiwilligen noch zum gemeinsamen Abendessen im Haus der Familie Paulose eingeladen. Der gesellige Tisch setze noch einmal ein Sahnehäubchen auf diesen sowieso schon sehr ereignisreichen Tag.


Für mich war der Gründonnerstag auf jeden Fall das Highlight der Osterwoche!

Dienstag, 1. Mai 2012

Das Matterhorn von Gandhibagilu


Eine Woche vor Ostern sind Andreas, Julian und ich (also die Freiwilligenbelegschaft der Little Flower School) einer Einladung aus dem Seon Ashram gefolgt. Der Grund nach Gandhibagilu zu kommem, war eine jährliche Prozession der örtlichen Kirchengemeinde. Kein normaler Kreuzzug, sondern eher eine Bergbesteigung für extrem Sportler hatte auf uns gewartet.



Früh morgens um 7:00 Uhr begannen sich hunderte von Christen aus der Umgebung in der kleinen Kirche am Fuße eines Berges zu versammeln. Natürlich fand zu aller erst eine Messe statt. Nach etwa 2 Stunden Gebet und Gesang trafen sich alle auf dem Vorplatz der Kirche. Nicht alle konnten im Gottesdienst dabei gewesen sein, denn die Anzahl der Teilnehmer, der schon bald beginnenden Prozession, würde ich auf mindestens tausend schätzen. Eine unglaubliche Masse für diesen kleinen Ort Gandhibagilu, der sich mitten im Dschungel befindet.

Es ging los. Der Generator, der vor der Kühlerhaube eines Jeeps befestigt war, wurde angeworfen, um einen Lautsprecherbox auf dem Dach des Fahrzeugs zu betreiben. Im Jeep selbst saßen der Priester und ein kleiner Chor, der zu singen begann. Mit Fahnen und schick gekleidet setzten sich die indischen Christen in Bewegung – Frauen und Männer getrennt in zwei Reihen. Der Jeep mit dem Chor an Bord rollte im schmalen Gang zwischen den Saris und Hemden entlang.



Kontinuierlich ging es Berg auf. Die Natur wurde dichter und dichter und der Weg immer enger für die zwei Menschenreihen und den Jeep. 14 Mal machte der Priester halt und las auf Malayam aus einer Bibel vor. Die 14 Stopps sollten an den Kreuzzug Jesu erinnern. Nach einigen Höhenmetern änderte sich die Flora und Fauna der Umgebung. Aus Gummibaumplantagen wurde dann ein dichter Dschungel, aus dem interessante Vogelgesänge heraus schallten.



Ab einem bestimmten Punkt war der Weg für den Jeep zu schmal geworden, sodass er auf der Strecke bleiben musste. Auch die Frauen und Männerreihen mischten sich bald auf den wenig strukturierten Trampelpfaden. Über Stock und Stein oder besser gesagt über Liane und Banane ging es im Endspurt auf den Gipfel zu. Die Steigung nahm zu und es wurde fast schon gefährlich. Einige Inder hatten die Prozession anscheinend als Wettlauf verstanden und nahmen keinerlei Rücksicht mehr auf die anderen Teilnehmer, die es bis zu dieser Bergetappe geschafft hatten.



Es wurde heißer und leider hatten wir auch bereits die Baumgrenze erreicht, sodass uns das Blätterdach des Urwalds keinen Schatten mehr spenden konnte. Durch nur noch eine Art von Steppengras und Felsbrocken ging es den Gipfel in Sichtweite hoch hinaus. Mitgerissen von der Motivation der Masse schafften wir es Schweiß gebadet bis aufs Matterhorn von Gandhibagilu. Es war vollbracht. Wir waren oben! Ein Kreuz schmückte den kargen Felsen, der jedoch vor lauter Menschen kaum noch zu sehen war.


Aufgrund der überwältigenden Sicht von diesem gigantischen Fels aus, auf dass was wir hinter uns gelassen hatten, fühlte sich die Erschöpfung wie eine unglaubliche Entspannung voller positiver Energie an.

Hinunter ließen wir uns etwas Zeit. Grund dafür für war auf der einen Seite der Elan, der beim Aufstieg irgendwo verloren gegangen war und die Badelaschen, die sich als nicht geeignete Wanderschuhe für eine Abstieg herauskristallisierten. Um 15:00 Uhr erreichten wir die Kirche, in der wir gestartet waren. Mit einem kostenlosen Mittagessen wartete man dort bereits auf alle Teilnehmer. Da wir die Zeit auf dem Gipfel für mehrere Stunden genossen haben, waren wir fast die letzten die Rückkehrer.

Die Prozession auf das Matterhorn vom Gandhibagilu beim Seon Ashram wird mir auf jeden Fall noch in lange in Erinnerung bleiben. Die Erfahrung für den Körper und Geist waren in Anbetracht der klimatischen Verhältnisse, der vielen Menschen und der wundervollen Umgebung einfach überwältigend. Nur das nächste mal werde ich definitiv statt der Badelatschen lieber Wanderschuhe tragen.

Mittwoch, 25. April 2012

Plastic vs. Cotton


Ein praktisches Beispiel dem Freiwilligendienst im Umweltbereich

In Hampi ergab sich mir die Gelegenheit einen Vormittag lang eine brasilianische Freiwillige während eines Umweltworkshops in einer Schule zu begleiten. In einem Dorf, in dem auf den ersten Blick die Zeit stehen geblieben schien, erklärte Dani zusammen mit mir die Thematik das Plastikkonsums und seine Folgen.

Die 24-jährige Brasilianerin spricht viel von den Giften, die Plastikwaren, wie Flaschen, Beutel und Verpackungen enthalten und langsam an die Umwelt abgeben. Vor allem habe der Plastik, der einfach in die Natur geworfen wird, Auswirkungen auf das Grundwasser und damit auf die Qualität des Trinkwassers, was für fast alle Familien hier im Dorf aus einer Pumpe oder dem Fluss stammt.


45 Kinder zwischen 12 und 15 Jahren versuchen Dani zu verstehen. Vier lokale Lehrer mit mehr oder weniger guten Englischkenntnissen haben sich bereit erklärt, die Veranstaltung zu Betreuen und fungieren für Dani und mich als Übersetzer. Im Klassenzimmer ohne Möbel hocken die Kinder in Reihen vor den Lehrern und uns. Ab und zu fliegen indische Spatzen durch den Raum.



Poster mit Bildern zum Slogan „Reuse, Reduce and Recylce“ sollen den Kindern helfen, die für die meisten neue Thematik zu verstehen. Später einmal werden sie an den Wänden der Räume aufgehangen und sollen an den Workshop und das Gelernte erinnern.

Für die Kinder ist der Umweltexkurs zum Thema Plastik ein Teil, des sogenannten SummerCamps. Während der 2 Monate indischer Sommerferien kommen gelegentlich Freiwillige oder Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen, den NGO's der Umgebung vorbei und sprechen mit den Kinder über verschiedenste Thematiken. An den meisten Tagen haben die Kinder einfach eine Art Lernzeit und Nachhilfe. Teilweise werden die Kinder auf dass nächste Schuljahr vorbereitet. Für einen kleinen Betrag, der je nach alter zwischen 500 und 700 Rupee, also um die 10 Euro liegt werden die Kinder jeden Vormittag, der langen indischen Sommerferien betreut.

Um den Kindern zu veranschaulichen wie ernst es um die Thematik Plastikverseuchung in der eigenen Umgebung steht, zeigt Dani den Kindern einen ganzen Kartoffelsack voller kleiner schwarzer Plastikbeutel, die jeden Tag als Einwegtragetasche zu tausenden mit über die Ladentheken wandern. In Anegundi, dem historischen Kern von Hampi sind es jeden Tag drei Säcke voll, die Dani mit einem anderen Frewilligen namens Ferdi von der Straße sammelt.

Um gerade den Konsum dieser Plastikbeutel zu verringern, hatte die Brasilianerin eine kreative Idee. Einfache Baumwolltaschen oder sogenannte Jutebeutel sollten den bösen Bruder aus Plastik ablösen. Damit sie das Vorhaben in die Tat umsetzen konnte, kaufte sie von Spendengeldern laufende Meter von Stoffbahnen. Zusammen mit einem Verein, der sich für die Rechte der Frauen in der Region einsetzt und ihnen ein eigenes kleines Einkommen ermöglicht, nähte Dani die rohen Stoffe zu Beuteln zusammen.


Im Workshop bekommt jedes Kind einen dieser Beutel. Im großen Sitzkreis sollen die Kinder ihre persönlichen Taschen kreativ gestalten. Stoffmalfarbe, Pinsel und Stempel liegen für alle bereit.


In etwa drei Stunden stellen die Kinder ihre Beutel fertig. Jeder ist stolz auf sein eigenes Kunstwerk, was er nun anstatt eines schädlichen Plastikbeutel mit sich herum tragen kann. Hoffentlich haben die Kinder während der intensiven, kreativen Arbeit nicht die Intention des Workshops völlig verdrängt. Dani und ich haben auf jeden Fall die Lehrer darauf hingewiesen, dass sie ihre Schüler bei jeder passenden Gelegenheit, an die Thematik Plastikkonsum und seine Folgen erinnern sollen. Es bleibt nur zu hoffen, dass mit dieser ganz praktischen Aktion wieder jemand einen klitzekleinen Beitrag zum unüberschaubaren Vorhaben „Weltverbessung“ beigetragen hat.